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7 tote Katzen: Geschichten, wie sie nur der Fussball schreibt
abgelegt im Archiv Abseits von Eric Wilde am 10.10.07
Seven dead cats. Das ist schon ein eigentümlicher Name für eine Agentur. So habe ich es gedacht, als ich zum ersten Mal beruflich auf deren Internetseite war. Und dann habe ich dort die Begründung gefunden, woher der Name stammt und komme mal wieder zum Schluss: Der Fussball schreibt schon tolle Geschichten.



Der Racing Club Buenos Aires ist einer der großen, legendären Fußballvereine Südamerikas. Eigentlich heißt er "Racing Club Avellaneda", nach der Vorstadt von Buenos Aires, aus dem auch der bitterste Rivale des Racing Clubs, Independiente, kommt. Zwischen 1915 und 1918 gewann der Verein vier Mal in Folge die argentinische Meisterschaft, zwischen 1949 und 1953 sogar fünf Mal. Und 1967 holte man dann in Montevideo (Uruguay) auch noch den Weltpokal gegen Celtic Glasgow. Aber genau an diesem glorreichen Tag begann der Niedergang des Racing Clubs.

Während die Fans von Racing nämlich den Sieg auf den Straßen von Buenos Aires feierten, brachen Anhänger von Independiente in das Stadion ihres verhassten Nachbarn, die berühmte "academia", ein und vergruben insgesamt
sieben tote Katzen, um die Stätte mit einem Fluch zu belegen. Jahrelang versuchten Offizielle und Fans von Racing Club alles nur Erdenkliche, um die Tierleichen zu lokalisieren. Während sie sich so abmühten, ging es mit dem
Verein immer weiter bergab. Nach der 13. (!) Meisterschaft 1966 und dem nachfolgenden Weltpokal quälte sich der Klub durch 35 lange Jahre, ohne etwas zu gewinnen ­ 1999 stand man sogar vor dem Bankrott.

In diesem Jahr fanden sich auch 100.000 Fans in der "Academia" ein, weil ein Priester einen Exorzismus vornahm, um den Fluch vom Stadion zu nehmen. Das Problem war nämlich, dass der Racing Club im Laufe der Jahrzehnte sechs der toten Katzen gefunden und beseitigt hatte ­ aber eben nur sechs, von der siebten war weit und breit keine Spur.

Anfang 2001 wurde Reinaldo Merlo neuer Chef des Klubs, und eine seiner ersten Amtshandlungen bestand darin, eine großangelegte Suche nach der siebten Katze zu starten. Und "großangelegt" bedeutet genau das. Selbst Flächen, die irgendwann nach 1967 betoniert worden waren, wurden mit schwerem Gerät aufgerissen, um an das Erdreich darunter zu gelangen. Und an einer dieser Stellen, die früher einmal ein Wassergraben gewesen war, fand
man tatsächlich das Skelett der letzten Katze und entfernte es aus dem Stadionbereich.
Der Racing Club Buenos Aires wurde noch in derselben Saison argentinischer Meister.


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Tags: Buenos+Aires 
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