
Den Paulaner Paul kenne ich. Das ist ein Comic-Männchen, das in der Süddeutschen Zeitung mit einem Weißbierglas in der Hand das Geschehen rund um den FC Bayern München kommentiert. Mal wird gratuliert, mal wird auf die Schulter geklopft, mal wird in Aussicht gestellt, dass es beim nächsten Mal schon besser wird – immer mit dem Tenor, dass es halt wichtigeres Gibt im Leben als Fussball.
Das scheint bei borussia dortmund anders zu sein. NAch dem grottenschlechten Auftritt im eigenen Stadion gegen den HSV hat der Sonsor Evonik auch eine aktuelle Anzeige, die zum Spieltag passt, geschaltet. Und in der Financial Times Deutschland heißt es da im Dialog zwischen zwei Dortmunder-Strichmännchen-Spielern: "Sogar meine Oma spielt besser als wir." Und das zweite Männchen antwortet sinngemäß: "Und? hat sie beim nächsten Spiel Zeit?"
Klar, das alles ist anders gemeint. Es soll lustig sein, ammüsant und bei einem Sieg gibts dann auch wieder lobende Worte. Ganz sicher. Und doch fehlt bei dieser Anzeige ein wenig das Fingerspitzengefühl. Da kann Evonik noch so oft behaupten, hinter dem BVB zu stehen, wenn die Zwischentöne nicht stimmen, dann wird es halt nicht glaubhaft hinterlegt. Da lobe ich mir doch den Paulaner Paul.