Adolf Katzenmeier ist seit 44 Jahren Masseur der deutschen Fussballnationalmannschaft. Der hat schon so manche Wade durchgeknetet. Und nun hat der dem SZ-Magazin ein Interview gegeben. Und was ich dort lese, fasziniert mich zum einen und erschüttert mich zum anderen:
Nach Seeler kam die Spielergeneration Hoeneß, Briegel, die Förster-Zwillinge, Rummenigge – die typischen deutschen Ur-Fußballer: blond und kämpfend bis zum Umfallen.
Ja, kann man so sagen.
Hätte da ein schwarzer Spieler wie zum Beispiel Gerald Asamoah hineingepasst?
Ein dunkelhäutiger Spieler in Malente? Schwer vorstellbar. Auch Asamoah hatte ja nach seiner ersten Berufung ins Nationalteam einen sehr schweren Stand.Warum?
Weil er von den anderen ständig umgetreten worden ist.Weil er schwarz war? Das sollten Sie die Nationalspieler fragen. Die Jungs wollten wahrscheinlich testen, wie sehr Asa dazugehören möchte. Er wurde im Training jedenfalls richtig hart rangenommen. Das waren nicht die üblichen Begrüßungsgrätschen.Wie hat Asamoah darauf reagiert?
Er lag nach den Fouls auf dem Boden, grinste nur und stand wieder auf. Asa ist eine Kämpfernatur. Irgendwann hat die Mannschaft kapiert, dass er ein guter Kerl ist. Heute ist er einer der beliebtesten Spieler im Team.
Und ich frage mich: Ist da was dran, ist das wirklich wahr? Dann muss ich doch arg schlucken, wenn ich mir diesen Spot gegen Gewalt nochmal anschaue. Ich hoffe inständig, dass Katzenmeier mit seine Einschätzung daneben liegt.
via: Spreeblick