Heute vor genau einem Jahr wurde der schwarz-rot-goldene Bann endgültig gebrochen: Deutschland besiegte Polen in der WM-Vorrunde mit 1:0. Eigentlich ein Sieg, der erwartet worden war. Alles andere wäre eine kleine enttäuschung gewesen und hätte sicherlich für weitere Diskussionen gesorgt, nachdem zuvor schon viel über die zunächst nicht vorhandene Sattelfestigkeit der Abwehr geredet worden war.
Aber alles kam anders. Schneider auf Odonkor. Odonkor auf Neuville. Grätsche. Tor. Das besondere war der Zeitpunkt des Treffers: In der Nachspielzeit hatte kaum noch jemand damit gerechnet, dass die Deutschen das Tor nach zuvor vergebenen Großchancen noch treffen würden. Und mit nur einem Flankenlauf rechtfertigte Odonkor, dass er den Vorzug vor dem Schalker Kuranyi erhalten hatte. Deutschland gewinnt, qualifiziert sich vorzeitig für das Achtelfinale, das ganze Land in einem Rausch der Glückseligkeit. Wäre das 1:0 in der 20. Minute gefallen, die Stimmung im Land wäre eine weniger euphorisierte gewesen. Da bin ich mir sicher.