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Was nun? Ballack fährt nach Boatengs Foul nicht mit zur WM.

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Puh. Durchatmen und verkraften: Michael Ballack kann also nicht an der WM
teilnehmen. Kaputt getreten vom (kaputten) Boateng, dem "bösen Bruder" des
Boatengs, der bei der WM für Deutschland aufläuft. Der Boateng, der nur im
Mutterland des Fussballs einen Vertrag findet, dort wo man auch "Typen"
(wenn man die Dinge positiv formulieren möchte) wie Vinnieh Johnes oder Eric
Cantona goutiert.

Ballack ist also nicht dabei. War es das mit einer WM, bei der mehr erreicht
werden kann als vielleicht das Achtelfinale? Hängt die deutsche
Nationalmannschaft so sehr von Ihrem Kapitän ab, dass man schon deprimiert
nach Südafrika schauen muss? Denkt man an die WM 2002, dann war Ballack
neben Oliver Kahn der Garant für das Erreichen des Finals. Bei der WM 2006
war es eher die Euphorie im eigenen Land, die das gesamte Team bis auf den
dritten Rang getragen hat – auch wenn Ballack gemeinsam mit Frings vor allem
in der Defensive Großes geleistet hat. Bei der EM 2008 bleibt vor allem das
mit brachialer Wucht erzielte Tor gegen Ã-sterreich und das damit besiegelte
Weiterkommen in Erinnerung. Hier war Ballack jener Leitwolf, den eine
"Turniermannschaft" braucht.

Ist der "Leitwolf" allerdings abgewrackt, man denke nur an die Auftritte der
deutschen Nationalmannschaft bei den Turnieren 1998 und 2000, als ein
abgehalfterter Lothar Matthäus mitgeschleppt werden musste: Darunter –
gepaart mit der Führungsschwäche bei den Trainern – litt die gesamte
Mannschaft und mit ihr Fussball-Deutschland.

Ballack ist in seiner Selbstwahrnehmung wohl auch Matthäus-like unantastbar.
Da legt er sich mit Bierhoff an, da wird er das "Opfer" von Podolski, der
ihm eine Backpfeife auf dem Platz verpasst (man kann es als
Disziplinlosigkeit von Poldi werten; man kann es aber auch als provozierte
Aktion von Ballack werten).

Nach der WM wird man klüger sein. Fakt ist auch: Die vielen neuen jungen
WM-Fahrer und die vielen altgedienten jungen WM-Fahrer haben nun kaum einen
Rücken, hinter dem sie sich verstecken können. Aber vielleicht haben sie nun
den Raum, den sie brauchen, um auf dem Platz frei aufspielen zu können. Herr
Schweinsteiger, übernehmen Sie! Herr Ã-zil, zeigen Sie das, was Sie bis zur
Winterpause gezeigt haben. Dann klappts auch mit dem Viertelfinale. Auf mehr
hatte ich auch mit Michael Ballack ohnehin nicht gehofft.


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