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Abseits
von Eric Wilde am 02.06.07

Abwehrhaudegen. Hüftsteif aber kompromisslos. Hoch und weit brachte Sicherheit.
Das war die Zeit, in der ein Mannschaftsfoto des VfL Bochum so aussah als sei es in einem kleinen gallischen Dorf aufgenommen. Dort wurde Oberlippenbart noch einmal gesondert definiert: Lothar Woelk war einer dieser Urtypen des deutschen Fußballs der 80er Jahre. In einem kleinen Interview bei den 11 Freunden äußert er sich zu Kommerz, Fans und Spielern von heute. Und da sagt er Dinge wie:
Ich habe mal den scherzhaften Vorschlag gemacht, alle deutschen Schiedsrichter nach England zu schicken und die englischen Kollegen zu uns. Innerhalb von einer Saison wäre dann Schluss mit dieser verweichlichten, provokativen Art von Spielern und Fans. Vielleicht würden sich die Profis dann wieder auf das Wesentliche konzentrieren: Zweikämpfe gewinnen und den Ball behaupten. Der Fußball in England ist in dieser Hinsicht schon einen Schritt weiter. Ein Rooney steht sofort wieder auf, nachdem er gefoult wurde. Bei unseren Spielern erkenne ich das nicht.
Und ich finde: Recht hat er. Schaut man sich auch einmal Champions League-Spiele zwischen deutschen Mannschaften und Vereinen, zum Beispiel aus Italien an, dann spürt man (bei den Bayern und mittlerweile den Bremern mal
ausgenommen), wie leicht die in den ersten Minuten eines Spiels zu beeindrucken sind, nur, weil eine andere Gangart an den Tag gelegt und zugelassen wird als in der Bundesliga üblich.
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